Malmittel Marille

Freihof Marillen SchnapsEine Alliteration in der Artikelüberschrift das lässt entweder auf ein sehr schlichtes Gemüt, oder auf leichte Trunkenheit schliessen – egal, vermutlich beides. Was kann ich dafür, dass ich lieber Marille, als Zwetschge trinke?

Das Wort „Malmittel“ ist zudem mehrdeutig. Einmal bezeichnet es das Lösungsmittel, welches die Farbpigmente streichfähig hält und zum anderen könnte es auch als Mittel zum Malen, bzw. für den Maler verstanden werden. In diesem Falle auch beides. Die Farben, welche ich neuerdings mit auf den Berg nehme, haben die Besonderheit, dass sie sowohl in Wasser, als auch in Öl löslich sind. Fragen Sie mich nicht, wie das möglich sein kann, ich hatte eine Fünf minus in Chemie, aber es geht. Gerade unterwegs ist es für mich wichtig, keine giftigen Pinselreiniger, oder Verdünner zu verwenden. Frisches Wasser und heissen Tee habe ich immer dabei und in einem kleinen Flascherl trage ich das schmutzige Farbwasser wieder heim. Auf dem Berg ist mir Wasser lieber denn Öl.

Saudumm nur, wenn man bei erheblichen Minusgraden malen möchte und einem sogar der heisse Tee auf dem Pinsel gefriert und sich dann auf der Leinwand nur noch bröselige Farbe befindet, die zu allem Überfluss daheim in der warmen Stube, zerfliesst.

Da steht er nun auf dem Berg, der Herr Postkartenmaler, wie sonst der sprichwörtliche Ochs davor, friert sogar noch in seinem Schladminger Winterrock und verteilt mit harten Borsten Bröserl auf einem Malkarton. Viel zu spät fiel ihm ein, dass das Frostschutzmittel, welches er sich unermüdlich in den kalten Malerbauch giesst, auch für die Pinsel eine Lösung darstellen würde.

Gippa Kapelle GipperSollte ich die kostbare Marille, welche ich immer in einem Flachmann bei mir trage, sobald ich das Flachland verlasse, für die Kunst opfern? Selbstverständlich ist kein Opfer zu groß und ab sofort teilen sich Bild und Maler brüderlich die edlen Tropfen. Für die Gippa-Kapelle kommt jede Hilfe zu spät und ich werde sie im Atelier nochmals neu malen müssen, aber die Kombination von ein paar Tropfen Öl und heissem Marillen-Wasser leisten mir an den folgenden Tagen gute Dienste und es entstehen auch noch zwei gelungene Bilder: Sonnenuntergang mit Stadl und Drei Häuser in Untertauern.

Für mich einer der besten Marillen Schnäpse (hochdeutsch: Aprikosen-Brand) ist der von Freihof, den ich bisher aber immer nur im ADEG in Heiligenblut bekommen konnte. In meiner Spirituosensammlung befinden sich zwar auch noch ein paar weitere, ganz anständige österreichische Marillen-Brände, aber keiner reicht an die Freihof-Marille heran. Vielleicht sollte ich mal einen ausführlichen Testbericht dazu verfassen, wenn daran Interesse bestehen sollte.

Bis dahin werde ich mit meinem Steuerberater verhandeln, ob ich die Marille, da sie ja beruflich genutzt wird, nicht doch von der Steuer absetzen könnte. Dazu brauche ich allerdings entsprechende Umsätze aus meinem Online-Shop.

 

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1 Antwort

  1. 23. Januar 2018

    […] Es ist die Marille (hochdeutsch: Aprikose) Das ist der Geschmack meiner Leib- und Magenspirituose (ich habe gerade erst an dieser Stelle darüber geschrieben) Ganz eindeutig und das ist […]

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