Janet Seidel – Moon of Manakoora

Moon Of ManakooraWenn etwas mit besonderer Liebe und Hingabe hergestellt und präsentiert wird, hebt es sich nicht nur wohlwollend von der grauen Masse der Mittelmäßigkeit ab, sondern es weckt auch eine gewisse Ehrfurcht beim Benutzer. Man geht mit Dingen anders um, die anderen etwas wert waren. Bei Tonträgern aus Vinyl wird ja so oft von der Haptik gesprochen und der Wertigkeit des Materials, während die CD ja oft als seelenloser und in Zeiten der Musikdownloads gänzlich überflüssiger Datenträger bezeichnet wird. Ganz grundsätzlich teile auch ich diese Meinung, aber es gibt eben auch CDs, die etwas ganz besonderes sind. Moon Of ManakooraEinmal liegt es an der Aufnahmetechnik und an der Komprimierung, ob auf einer CD ein flach gebügelter Sound zu finden ist, oder ob es sich um eine technisch hochwertige vielleicht sogar audiophile Aufnahme handelt. In Asien finden sich häufiger  hochauflösende SA-CDs oder wie in diesem Fall eine 24 Bit HDCD die ich Ihnen, diesmal vorstellen möchte. Das aber viel Auffälligere am „Moon of Manakoora“ von Janet Seidel ist allerdings die kleine Box in der die CD präsentiert wird. Liebevoll gestaltet mit Fotos der Band und einem Textheftchen, macht es einfach Spass sie zu betrachten, anzufassen, darin zu schmökern, während sich die Scheibe im Player dreht. Mein Freund Bodo hat sie mir geschenkt. Er hatte die Musik in einer Bar in einer Shopping-Mall in Singapore gehört, sich beim Barkeeper nach der CD erkundet und gleich darauf im Musikgeschäft daneben erworben. Dass die Scheibe der Australischen Sängerin dort lief, ist kein Wunder, in Asien war sie viele Monate die Nummer 1 der Jazz-Charts.

UkuleleAn mich hat der grosszügige Schenker deshalb gedacht, weil ich ein grosser Freund der Ukulele in der Jazzmusik bin. Ich liebe diesen unscheinbaren, leicht pappkartonartigen Klang dieses winzigen Instrumentes. Im Zusammenspiel mit dem größten aller Seiteninstrumente, dem Kontrabass ergibt sich einen wundervolle Spannung, die von Frau Seidels wunderbarer weichen Stimme ausgefüllt wird. Sie spielt dazu auf dem Piano und ein sehr unaufdringlicher Schlagzeuger und Percussionist komplettieren das kleine Jazz Ensemble. Ja, es ist Bar-Musik aber im allerbesten Sinne. Unaufdringlich, sachte und weich aber gerade in stillen Momenten oftmals spektakulär. Der Titelsong ist aus dem Film „The Hurricane“ von 1937 und wurde als Jazzstandard bereits von unzähligen Künstlern interpretiert. Die Ukulele war schon bei der Urversion des Soundtracks dabei, ich habe den Film nicht gesehen, aber ich vermute er spielt in der Südsee.

Ein absolut empfehlenswertes Album für Freunde des gepflegten Bar-Jazz mit einem Schuss Südsee. Wer dazu einen „Hurricane“ trinkt, zeigt sich nicht nur als Kenner der Geschichte, sondern bekommt auch den perfekten Drink zum Musikgenuss, Rezept folgt im nächsten Beitrag …

 

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