Die Nürnberger Rostbratwurst

Nürnberger RostbratwurstUnter den Lesern dieses Blogs hat es bestimmt auch schon der letzte begriffen, bei Würsten gilt: „Die Meinige ist die Weisse“.  Quasi statt Muttermilch habe ich sie gezuzelt, die Weißwurst, mit Eltern und Grosseltern schon beim Donisl, beim Spöckmeier, Franziskaner, beim Wallner an der Grossmarkthalle, im weissen Bräuhaus …
Aber es gibt noch Platz für eine zweite Liebe in meinem Herzen und der gehört einer Fränkin. Einmal ist das natürlich meine liebe Ehefrau, eine gebürtige Nürnbergerin und zum zweiten, und davon wollte ich erzählen: Die Nürnberger Rostbratwurst.

Nürnberger Rostbratwurst im Bratwursthäusle NürnbergDiese kleinen über dem Buchenfeuer gegrillten würzigen Schweinswürst’l auf einem Zinnteller serviert, dazu Kraut und einen schönes, dunkles, fränkisches Kellerbier, sind eine Offenbarung. Natürlich gibt es sie an jedem Stand’l als „Drei im Weggla“ oder sogar im Aldi, vorgebrüht vom FC-Bayern Steuerschuldenmilliardär im Plastikpackerl, aber ich mag’s natürlich gemütlicher. So führen mich meine ersten Schritte beim gemächlichen Flanieren durch die Nürnberger Innenstadt, immer zuerst zum Bratwursthäusle. Das ist ein paar Meter vom Hauptmarkt entfernt kurz vor der Sebalduskirche und hier raucht mitten in der Innenstadt der Grill. Bratwursthäusle NürnbergEin gemütliches Hütterl mitten in der Frankenmetropole. Innen siehts aus wie in einer Almhütte und nur die alten Butzenscheiben verraten, dass man sich tatsächlich in urbaner Umgebung befindet. In der Mitte werden über dem brennenden Buchenscheiten die Bratwürstchen gegrillt und drumherum stehen alte blank gewienerte Holztische. Alles sieht noch so aus, als hätte der alte Dürer eben noch sein Seidla ausgetrunken.

Bratwursthäusle NürnbergMein kulinarischer Tipp: Immer mindestens 10 Stück bestellen, dann kommen sie nämlich auf einem Herzl-Teller und unbedingt mit Kraut, das ist so fein süss-säuerlich und herrlich gewürzt. Für die Fränkische Brezn braucht es ein Bisserl Gewöhnung, sie sind mit feinem Salz garniert und ist bei mir eine Liebe auf den zweiten Blick gewesen, durchaus eine Empfehlung, aber kein Muss.
Wer vom bayerischen Bier schwärmt, vergisst meist, dass die Besten erst seit ca. 200 Jahren zu Bayern gehören. Die fränkischen Keller- und Altbiere aus den hunderten von kleinen Brauereien in der fränkischen Schweiz. Sie waren schon Craft-Biere, da war das Wort noch nicht mal erfunden. Das Bratwursthäusl bietet Tucherbiere an, kein Geheimtipp, aber wirklich gutes Bier. Als Digestif sei dem Besucher der freien Kaiserstadt ein Schlehenschnaps empfohlen, dann kann er gestärkt und beschwingt den Burgberg besteigen und die Aussicht über die wundervolle, mittelalterliche Innenstadt geniessen. Aber davon sicherlich mehr bei meinen nächsten Spaziergang …

3 Antworten

  1. Lutz Prauser sagt:

    Der Wurstfflaneur…

    Dabei gibt’s in Nürnberg doch viel mehr zu erleben. Kunst, Wunst und Bildungsbeflissenheit des Bürgertums und Renates im Neuen Museum.

    Fehlt nur noch das ausgiebige Reflektieren über die Currywurst.
    Natürlich bei Nobby sein Büdchen. Mit Matze und Manni.

  1. 4. März 2016

    […] bewundern konnte, vor allem die Küche mit den Zinntellern von denen der große Meister seine Nürnberger Rostbratwürste gegessen […]

  2. 11. März 2016

    […] Programm zu bieten. Dazu gehören die Nürnberger Bratwürste beim Herrn Behringer im Bratwursthäusl, das Dürerhaus und natürlich die Burg. Jetzt bin ich noch kein halbes Jahr hier und habe schon […]

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